
Es kratzt, brennt und tut beim Schlucken weh – Halsweh gehört zu jeder Erkältungssaison. Welche Hausmittel gegen Halsschmerzen helfen wirklich schnell – und welche sind vor allem Tradition? Salbei, Gurgeln mit Salzwasser, Honig, Halswickel und Omas Hausmittel klingen alle vertraut. Für einige gibt es inzwischen gute Studien, für andere kaum. Dieser Ratgeber ordnet sie ehrlich und mit Quellen ein, erklärt, was bei Kratzen im Hals, Halsentzündung und Heiserkeit hilft, was Sie in den ersten 48 Stunden einer Erkältung tun können – und stellt das koreanische Hausmittel Doraji vor.
Das Wichtigste in Kürze: Die meisten Halsschmerzen werden durch Viren ausgelöst und heilen von selbst – in den Cochrane-Daten waren 82 % der Betroffenen auch ohne Antibiotikum nach einer Woche beschwerdefrei. Am besten belegt sind Salbei (ein Salbeispray linderte in einer placebokontrollierten Studie die Halsschmerzen innerhalb von zwei Stunden), Honig und – zur Vorbeugung – regelmäßiges Gurgeln mit Wasser. Bei beginnender Erkältung können Zink-Lutschtabletten die Dauer verkürzen. Bei hohem Fieber, starken Schluckbeschwerden, Atemnot oder Halsschmerzen über eine Woche hinaus gehört der Hals ärztlich untersucht.
Das koreanische Hausmittel: Doraji
In Korea greift man bei Halsschmerzen seit Jahrhunderten zur Ballonblumenwurzel (Doraji) – klassisch mit Honig und Birne. Zwei Varianten:

Ballonblumenwurzel-Extrakt
Doraji von der Insel Jeju, 3 Jahre gereift und fermentiert (Patent 10-2332638), mit 6 Heilpflanzen wie koreanischem rotem Ginseng – und Honig. 20 Sticks.
Warum kratzt der Hals? Halsweh verstehen
Halsschmerzen sind meist das erste Zeichen einer Erkältung. In den allermeisten Fällen stecken Viren dahinter, die die Schleimhaut im Rachen reizen und eine Entzündung auslösen: Der Hals kratzt, brennt, fühlt sich rau an und schmerzt beim Schlucken. Trockene Heizungsluft, viel Sprechen oder Rauchen verstärken das Gefühl zusätzlich.
Die gute Nachricht: Halsschmerzen und Halsweh heilen in der Regel von selbst. Ein Cochrane-Review mit 29 Studien und über 15 000 Fällen zeigte, dass 82 % der Betroffenen ohne Antibiotikum nach einer Woche beschwerdefrei waren (Spinks et al., 2021). Hausmittel heilen den Infekt also nicht „schneller weg" – aber sie können die Beschwerden spürbar lindern, bis der Körper die Sache erledigt hat.
Die bewährtesten Hausmittel gegen Halsschmerzen bei Erwachsenen – und was die Studien sagen
Die Kennzeichnung zeigt, wie belastbar die Daten sind: [STARK] = randomisierte Studien oder Meta-Analysen am Menschen, [VORLÄUFIG] = erste Hinweise, Labor- oder Tierstudien, [TRADITION] = lange Erfahrung, aber kaum klinische Daten.
1. Salbei [STARK]
Salbei ist das Klassiker-Hausmittel gegen Halsschmerzen – und eines der wenigen mit einer echten Doppelblindstudie. In einer placebokontrollierten Studie mit 286 Patienten mit akuter Rachenentzündung linderte ein 15-prozentiges Salbeispray die Halsschmerzen innerhalb der ersten zwei Stunden signifikant stärker als ein Placebo; Nebenwirkungen waren selten und mild (Hubbert et al., 2006). Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) führt Salbeiblätter als traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei Entzündungen in Mund und Rachen.
Als Hausmittel: Salbeitee aus 1–2 Teelöffeln getrockneten Blättern pro Tasse, 10 Minuten ziehen lassen – trinken oder lauwarm damit gurgeln, mehrmals täglich. Salbeibonbons oder -pastillen sind eine praktische Alternative für unterwegs.
2. Gurgeln mit Salzwasser oder Wasser [STARK – zur Vorbeugung]
Gurgeln mit Salzwasser ist eines der ältesten Hausmittel gegen Halsschmerzen. Die beste Studie dazu stammt aus Japan: Unter 387 gesunden Erwachsenen, die zweimonatig dreimal täglich mit einfachem Wasser gurgelten, traten 36 % weniger Infekte der oberen Atemwege auf als in der Kontrollgruppe (Satomura et al., 2005). Das spricht vor allem für das Gurgeln zur Vorbeugung. Bei bestehenden Halsschmerzen empfinden viele das Gurgeln mit lauwarmem Salzwasser als wohltuend.
So geht's: ½ Teelöffel Salz in einem Glas lauwarmem Wasser auflösen, mehrmals täglich 30 Sekunden gurgeln und ausspucken.
3. Honig [STARK]
Honig legt sich wie ein Schutzfilm auf die gereizte Rachenschleimhaut. Eine Meta-Analyse der Universität Oxford mit 14 Studien kam zu dem Ergebnis, dass Honig die Beschwerden bei Infekten der oberen Atemwege besser lindert als die übliche Versorgung (Abuelgasim et al., 2021). Am besten pur teelöffelweise langsam im Mund zergehen lassen oder in lauwarmen Tee rühren – kochend heißes Wasser verändert die Inhaltsstoffe.
Honig + Doraji
Honig ist eines der am besten belegten Hausmittel – in Korea wird er traditionell mit der Ballonblumenwurzel kombiniert. Beide Doraji-Sticks enthalten Honig und lassen sich direkt einnehmen:

Ballonblumenwurzel-Extrakt
Doraji von der Insel Jeju, 3 Jahre gereift und fermentiert (Patent 10-2332638), mit 6 Heilpflanzen wie koreanischem rotem Ginseng – und Honig. 20 Sticks.
4. Isländisch Moos und Eibisch [TRADITION]
Beide Pflanzen enthalten Schleimstoffe, die die gereizte Schleimhaut überziehen und befeuchten – ideal bei trockenem, kratzendem Hals. Die EMA hat Isländisch Moos und Eibischwurzel als traditionelle pflanzliche Arzneimittel bei Reizungen im Mund- und Rachenraum bewertet. Als Tee oder Lutschpastille erhältlich.
5. Kamille [TRADITION]
Kamillentee zum Trinken oder Gurgeln gilt als entzündungshemmend und beruhigend. Für Halsschmerzen fehlen aber klinische Studien – er ist ein angenehmes, mildes Hausmittel, mehr nicht.
6. Ingwer, heiße Zitrone und Vitamin C [GEMISCHT]
Ingwertee wärmt und schmeckt kräftig, doch Studien zu Halsschmerzen gibt es nicht. Bei der „heißen Zitrone" lohnt ein genauer Blick auf Vitamin C: Der Cochrane-Review mit über 11 000 Teilnehmern zeigte, dass regelmäßig eingenommenes Vitamin C die Dauer von Erkältungen bei Erwachsenen um durchschnittlich 8 % verkürzte – wer aber erst bei den ersten Symptomen damit beginnt, profitiert laut den Studien nicht nachweisbar (Hemilä & Chalker, 2013). Die heiße Zitrone ist also vor allem eines: eine warme Flüssigkeit, die guttut.
Ingwer-Kurkuma-Tee mit Honig bei Erkältung
Ein Tee aus Ingwer, Kurkuma, Zitrone und Honig ist ein beliebter Erkältungstrunk – wärmend, aromatisch, und der Honig tut dem Hals gut. Bei der Kurkuma sollte man allerdings realistisch bleiben: Ihr Wirkstoff Curcumin löst sich kaum in Wasser und wird aus Pulver oder Tee vom Körper nur zu einem sehr kleinen Teil aufgenommen (Anand et al., 2007). Auch zum Gurgeln mit Kurkuma bei Halsschmerzen gibt es keine Studien. Warum das so ist und welche Kurkuma-Formen besser aufgenommen werden, erklären wir im großen Kurkuma-Überblick.
7. Halswickel: Quarkwickel und Kartoffelwickel [TRADITION]
Ein kühlender Quarkwickel bei heißem, entzündetem Hals oder ein warmer Kartoffelwickel bei fröstelndem Gefühl gehört zu den bekanntesten Omas Hausmitteln. Studien gibt es keine; viele empfinden die Wickel aber als angenehm. Wichtig: Kartoffeln vorher abkühlen lassen und die Temperatur prüfen.
8. Zink-Lutschtabletten bei beginnender Erkältung [STARK]
Kein klassisches Küchen-Hausmittel, aber gut untersucht: In einer Auswertung dreier placebokontrollierter Studien verkürzten Zinkacetat-Lutschtabletten Erkältungen um durchschnittlich 2,7 bis 2,9 Tage – bei einer üblichen Dauer von etwa sieben Tagen (Hemilä et al., 2016). Entscheidend ist der frühe Beginn, sobald es im Hals kratzt.
9. Viel trinken und feuchte Luft [PRAKTISCH]
Ein feuchter Rachen schmerzt weniger als ein trockener. Warme Getränke über den Tag verteilt, regelmäßiges Stoßlüften und nasse Tücher auf der Heizung sind einfache Grundregeln ohne Risiko – auch wenn es dazu keine eigenen Studien gibt.
Kratzen im Hals (Halskratzen): was beim ersten Kratzen hilft
Das erste Kratzen im Hals ist der beste Moment zu handeln. Diese Hausmittel bei Halskratzen lassen sich sofort umsetzen:
- Salbeitee trinken oder damit gurgeln.
- Honig teelöffelweise im Mund zergehen lassen.
- Zink-Lutschtabletten früh beginnen, wenn sich eine Erkältung ankündigt.
- Viel trinken und die Schleimhäute feucht halten.
- Stimme schonen, Rauch und trockene Luft meiden, früh schlafen gehen.
Kratzt der Hals dagegen ohne Erkältung immer wieder – etwa morgens nach dem Aufwachen –, können trockene Raumluft, Mundatmung in der Nacht, Allergien oder Sodbrennen dahinterstecken. Hält das an, lohnt eine ärztliche Abklärung.
Kitzeln oder zäher Schleim im Hals ohne Erkältung
Ein ständiges Kitzeln im Hals oder zäher Schleim im Hals ohne Erkältung hat oft andere Gründe: Sekret, das aus der Nase in den Rachen läuft (etwa bei Allergien), Sodbrennen, Rauchen oder schlicht zu trockene Luft. Viel trinken und Luftbefeuchtung lindern, die Ursache gehört aber bei längerem Bestehen ärztlich abgeklärt.
Halsentzündung und Rachenentzündung: welche Hausmittel helfen?
Eine Rachenentzündung (Pharyngitis) ist medizinisch nichts anderes als die typische „Halsentzündung" bei einer Erkältung. Genau für diese Situation ist das Salbeispray untersucht: Die oben genannte Studie schloss ausschließlich Patienten mit akuter, viraler Rachenentzündung ein. Ergänzend helfen Honig, Schleimstoff-Tees und Gurgeln. Bei brennendem Gefühl im Mund- und Rachenraum sind milde, lauwarme Getränke angenehmer als heiße oder scharfe – Ingwer und Zitrone können hier eher reizen.
Achtung: Eine bakterielle Mandelentzündung (etwa durch Streptokokken) fühlt sich ähnlich an, verläuft aber oft mit hohem Fieber, stark geschwollenen Mandeln mit Belägen und ohne Husten. Das gehört in ärztliche Hände.
Halsschmerzen beim Schlucken: Hausmittel bei Schluckbeschwerden
Wenn jedes Schlucken wehtut, ist die Rachenschleimhaut stark entzündet. Bei Schluckbeschwerden helfen vor allem Dinge, die den Rachen befeuchten und nicht zusätzlich reizen:
- Lauwarme statt heißer Getränke, in kleinen Schlucken über den Tag verteilt.
- Weiche Kost: Suppe, Brei, Joghurt – Brot, Chips und Scharfes meiden.
- Honig teelöffelweise oder in lauwarmem Tee.
- Salbeitee oder Salbeispray (die am besten belegte Option bei akuter Rachenentzündung).
- Kühles wie ein Quarkwickel oder kalte Getränke werden von manchen bei heißem, geschwollenem Hals als angenehmer empfunden.
Brennen im Mund und Rachenraum
Ein Brennen im Rachen oder im Mund ist bei Erkältungen häufig. Milde, lauwarme Getränke, Honig und Schleimstoff-Tees (Isländisch Moos, Eibisch) sind hier angenehmer als Zitrone, Ingwer oder scharfe Speisen. Hält das Brennen ohne Erkältung an, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
Starke Halsschmerzen: was tun?
Bei starken Halsschmerzen lohnt es sich, mehrere Hausmittel zu kombinieren: Salbei, Honig, viel Flüssigkeit und Stimmruhe. Werden die Schmerzen aber so stark, dass Sie kaum noch schlucken oder den Mund öffnen können, oder kommt hohes Fieber hinzu, ist das kein Fall mehr für Hausmittel – dann bitte ärztlich untersuchen lassen.
Halsschmerzen und Husten zugleich
Häufig kommen Halsschmerzen und Husten zusammen. Honig und Schleimstoff-Tees wirken auf beides; was speziell beim Husten hilft, lesen Sie in unserem Ratgeber Hausmittel gegen Husten.
Halsschmerzen über Nacht weg? Was realistisch ist
„Halsschmerzen weg über Nacht" – ehrlich gesagt: Ein Hausmittel, das einen Infekt über Nacht verschwinden lässt, gibt es nicht. Die meisten Halsschmerzen klingen innerhalb einer Woche ab. Was Sie aber tun können, ist die Nacht deutlich angenehmer machen:
- Vor dem Schlafen einen Teelöffel Honig langsam zergehen lassen.
- Salbeitee am Abend trinken oder damit gurgeln.
- Für feuchte, kühle Schlafzimmerluft sorgen – trockene Heizungsluft verstärkt das Kratzen über Nacht.
- Ein Glas Wasser ans Bett stellen.
- Bei verstopfter Nase den Kopf leicht erhöht lagern – wer durch den Mund atmet, wacht mit trockenem, schmerzendem Hals auf.
Besser schlafen bei Erkältung
Schlaf ist eines der wichtigsten Hausmittel bei Erkältung. Ein kühles, gut gelüftetes Schlafzimmer, ein leicht erhöhter Kopf, ein Teelöffel Honig gegen den Hustenreiz und ein Glas Wasser am Bett helfen, besser durchzuschlafen. Schwere Mahlzeiten und Alkohol am Abend stören dagegen den Schlaf.
Heiserkeit und Husten: Hausmittel für die Stimme
Wandert die Erkältung vom Rachen zum Kehlkopf, wird die Stimme rau oder bleibt ganz weg. Die wichtigsten Hausmittel bei Heiserkeit:
- Stimme schonen – so wenig wie möglich sprechen und nicht gegen Lärm anschreien.
- Viel trinken, damit die Stimmbänder feucht bleiben.
- Dampf und feuchte Luft – viele empfinden Inhalieren als angenehm; einen klaren Nutzen konnte ein Cochrane-Review für Erkältungen allerdings nicht zeigen (Singh et al., 2017).
- Honig und Schleimstoff-Pastillen (Isländisch Moos, Eibisch) halten den Rachen feucht.
- Auf Rauch und Alkohol verzichten.
Hält eine Heiserkeit länger als drei Wochen an, sollte der Kehlkopf ärztlich untersucht werden – besonders bei Raucherinnen und Rauchern.
Erkältung und grippaler Infekt: Hausmittel für die ersten 48 Stunden
Halsschmerzen sind häufig nur der Auftakt einer Erkältung – medizinisch auch grippaler Infekt genannt (nicht zu verwechseln mit der echten Grippe). Eine beginnende Erkältung stoppen kann kein Hausmittel, aber diese Hausmittel gegen Erkältung sind in den ersten zwei Tagen am sinnvollsten:
- Ruhe und Schlaf – der Körper braucht Energie für die Abwehr.
- Zink-Lutschtabletten früh beginnen (siehe oben, die am besten belegte Maßnahme zur Verkürzung).
- Viel warme Flüssigkeit: Tee, Wasser, Brühe.
- Hühnersuppe – in einer Laborstudie hemmte sie die Wanderung bestimmter Entzündungszellen (Rennard et al., 2000); klinisch belegt ist das nicht, wohltuend ist sie allemal.
- Honig und Salbei für den Hals.
Beginnende Erkältung stoppen: gibt es ein „Turbo-Mittel"?
Viele suchen nach dem einen Turbo-Mittel, das eine beginnende Erkältung stoppt oder über Nacht beendet. Das gibt es nicht – weder als Hausmittel noch aus der Apotheke. Am nächsten kommen dem früh eingenommene Zink-Lutschtabletten, die eine Erkältung in Studien um knapp drei Tage verkürzten. Alles andere lindert Beschwerden, verkürzt den Infekt aber nicht nachweisbar. Auch eine starke Erkältung schnell loswerden lässt sich nicht erzwingen – Ruhe ist hier das wirksamste „Hausmittel".
Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und tränende Augen bei Erkältung
Fühlen Sie sich bei einer Erkältung schlapp, mit Kopfschmerzen, Druck im Kopf oder Gliederschmerzen, braucht der Körper vor allem Ruhe, Schlaf und Flüssigkeit. Ein kühles, feuchtes Tuch auf der Stirn wird oft als angenehm empfunden. Tränende oder schmerzende Augen entstehen häufig durch die verstopfte Nase und klingen mit ihr ab – Bildschirmpausen und gedimmtes Licht helfen. Bei sehr starken Kopfschmerzen, Nackensteife, hohem Fieber oder wenn Ihnen das Luftholen schwerfällt, gehört das ärztlich abgeklärt.
Hausmittel gegen Schnupfen und Fließschnupfen: schnell loswerden?
Bei Schnupfen sind Nasenspülungen mit Salzwasser beliebt. Der Cochrane-Review dazu fand bei Kindern eine leichte Verbesserung der Nasenatmung; insgesamt waren die Studien aber klein und die Effekte gering (King et al., 2015). Schaden tun sie nicht – wichtig ist sauberes, abgekochtes Wasser. Dazu gilt: viel trinken, den Kopf nachts erhöht lagern und die Nase sanft putzen. Schnell loswerden lässt sich ein Schnupfen leider nicht: Bei Fließschnupfen in den ersten Tagen hilft vor allem Geduld – er geht meist nach wenigen Tagen in einen zähen Schnupfen über und klingt dann ab.
Inhalieren und Inhalation bei Erkältung und Schnupfen
Inhalieren gehört zu den beliebtesten Hausmitteln bei Erkältung, ob als Dampfbad oder mit einem Inhalationsgerät: Wasserdampf befeuchtet Nase und Rachen und wird als befreiend empfunden. Der Cochrane-Review zu warmer, feuchter Luft fand jedoch weder einen klaren Nutzen noch einen Schaden (Singh et al., 2017). Wer inhaliert, sollte vor allem sicher inhalieren: Wasser nicht mehr kochend verwenden, ausreichend Abstand halten, bei Kindern nur unter Aufsicht – Verbrühungen sind die häufigste Komplikation.
Ohren frei bekommen bei Erkältung: Druck, Knacken, Ohrensausen
Druck auf den Ohren, ein Knacken im Ohr oder leises Ohrensausen sind bei Erkältung häufig. Das Druckgefühl entsteht, wenn die Verbindung zwischen Nasenrachen und Mittelohr zuschwillt. Häufiges Schlucken, Gähnen oder Kaugummikauen kann helfen, den Druck auszugleichen; feuchte Luft und viel Trinken unterstützen das Abschwellen, damit Sie die Ohren wieder frei bekommen. Omas Zwiebelsäckchen auf dem Ohr ist ein bekanntes Hausmittel – Studien dazu gibt es nicht. Treten Ohrenschmerzen, Fieber oder Ausfluss aus dem Ohr auf, bitte ärztlich abklären lassen.
Omas Hausmittel gegen Halsschmerzen – was davon ist belegt?
| Omas Hausmittel | Was dahintersteckt | Studienlage |
|---|---|---|
| Salbeitee, mit Salbei gurgeln | Gerbstoffe und ätherische Öle | Salbeispray: belegt (RCT) |
| Mit Salzwasser gurgeln | Spült, befeuchtet | Wasser-Gurgeln beugt Infekten vor (RCT) |
| Heiße Milch mit Honig | Wärme + Schutzfilm | Honig: belegt, Milch neutral |
| Quarkwickel | Kühlung bei heißem Hals | Keine Studien |
| Kartoffelwickel | Wärme, Entspannung | Keine Studien |
| Heiße Zitrone | Vitamin C, Wärme | Vitamin C erst bei Symptomen: kein Effekt |
| Hühnersuppe | Flüssigkeit, Salz, Wärme | Nur Laborhinweise |
Zwiebel gegen Halsschmerzen und Erkältung?
Ob als Zwiebelsirup, Zwiebelwickel um den Hals oder Zwiebelsäckchen auf dem Ohr: Die Zwiebel ist eines der bekanntesten Hausmittel gegen Halsschmerzen und Erkältung. Klinische Studien dazu gibt es nicht – wir haben in der medizinischen Datenbank PubMed keine gefunden. Beim Zwiebelsirup dürfte ein Teil der wohltuenden Wirkung vom Honig stammen.
Doraji: das koreanische Hausmittel für Hals und Atemwege
In Korea greift man bei Halsschmerzen und Husten traditionell zur Ballonblumenwurzel (Platycodon grandiflorus), dort Doraji genannt. Die Wurzel ist seit Jahrhunderten Teil der koreanischen Küche und Kräutertradition – als Gemüse, als Tee und in der Erkältungszeit klassisch mit Birne und Honig eingekocht.
Was die Forschung sagt [VORLÄUFIG]: Der wichtigste Inhaltsstoff ist das Saponin Platycodin D. Forscher der Seoul National University zeigten, dass es die Schleimfreisetzung in den Atemwegen anregt – im Laborversuch stärker als der bekannte Schleimlöser Ambroxol (Shin et al., 2002). Übersichtsarbeiten beschreiben die Wurzel als hustenstillend und entzündungshemmend (Zhang et al., 2022), und in einer 8-wöchigen, placebokontrollierten Doppelblindstudie der koreanischen Gachon-Universität mit 100 Erwachsenen erhöhte ein Extrakt aus roter Ballonblumenwurzel die Aktivität der natürlichen Killerzellen des Immunsystems (Park et al., 2021). Doraji ist damit kein schnelles Schmerzmittel für den Hals, sondern ein traditioneller Begleiter durch die Erkältungszeit – mit einem gut erforschten Wirkstoff.
Wir bieten Doraji in zwei Varianten an. Der Ballonblumenwurzel-Extrakt enthält 3 Jahre gereifte Doraji-Wurzeln von der Vulkaninsel Jeju, deren Saponingehalt durch ein patentiertes Fermentationsverfahren des koreanischen Nationalen Landwirtschaftlichen Forschungsinstituts erhöht wird (Patent Nr. 10-2332638), dazu sechs traditionelle Heilpflanzen wie koreanischen roten Ginseng, Tragantwurzel und Schisandra – mit Honig und Zitrusaroma. Black & White Immune D folgt dem klassischen koreanischen Hausrezept: 66 % weiße Ballonblumenwurzel (Patent Nr. 10-2513559), koreanische Birne (10 %), Honig und Zimt, ergänzt durch neunfach gedämpften schwarzen Ginseng. Beide gibt es als Stick zum direkten Einnehmen, ohne Wasser.
Wenn der Halsschmerz in Husten übergeht, lesen Sie weiter in unserem Ratgeber Hausmittel gegen Husten.
Halsschmerzen bei Kindern: was Eltern wissen sollten
- Kein Honig vor dem ersten Geburtstag – Honig kann Sporen enthalten, die bei Säuglingen Botulismus auslösen können (Tanzi & Gabay, 2002).
- Gurgeln klappt meist erst ab dem Schulalter; jüngere Kinder können stattdessen lauwarmen Tee trinken.
- Keine ätherischen Öle (Menthol, Eukalyptus, Kampfer) im Gesichtsbereich bei Kleinkindern.
- Bei hohem Fieber, Trinkverweigerung, starken Schluckbeschwerden oder Atemproblemen: Kinderärztin oder Kinderarzt.
Unsere beiden Doraji-Produkte sind laut Verzehrempfehlung für Kinder ab 2 Jahren geeignet (½ Stick täglich).
Wann zum Arzt?
Ausführliche ärztliche Empfehlungen enthält die S3-Leitlinie „Halsschmerzen" der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM). Lassen Sie Ihren Hals ärztlich untersuchen, wenn:
- die Halsschmerzen länger als eine Woche anhalten oder immer wiederkommen,
- hohes Fieber hinzukommt,
- Sie kaum noch schlucken, den Mund kaum öffnen oder den Speichel nicht mehr schlucken können,
- Atemnot oder eine kloßige, veränderte Stimme auftreten,
- eine Seite des Halses stark geschwollen ist,
- ein Hautausschlag auftritt oder Sie sich sehr krank fühlen,
- Sie ein geschwächtes Immunsystem haben.
Häufige Fragen
Was ist das beste Hausmittel gegen Halsschmerzen?
Am besten belegt ist Salbei: Ein Salbeispray linderte Halsschmerzen in einer placebokontrollierten Studie innerhalb von zwei Stunden. Honig, Salbeitee und Gurgeln mit lauwarmem Salzwasser sind schnelle, einfache Hausmittel.
Welches Hausmittel hilft schnell gegen Halsschmerzen?
Schnelle Linderung bringen Honig, Salbeitee oder ein Salbeispray und Gurgeln mit lauwarmem Salzwasser. Ein Hausmittel, das den Infekt selbst über Nacht beendet, gibt es nicht.
Welches Hausmittel hilft gegen Kratzen im Hals?
Honig, Salbeitee und Schleimstoff-Pastillen mit Isländisch Moos oder Eibisch beruhigen den gereizten Rachen. Dazu viel trinken und trockene Luft meiden.
Gehen Halsschmerzen über Nacht weg?
Meist nicht – die meisten Halsschmerzen klingen innerhalb einer Woche ab. Honig vor dem Schlafen, feuchte Luft und ein Glas Wasser am Bett machen die Nacht aber deutlich angenehmer.
Hilft Gurgeln mit Salzwasser wirklich?
In einer japanischen Studie bekamen Menschen, die regelmäßig mit Wasser gurgelten, 36 % weniger Atemwegsinfekte. Bei bestehenden Halsschmerzen empfinden viele das Gurgeln mit Salzwasser als lindernd.
Was hilft gegen Heiserkeit?
Stimme schonen, viel trinken, feuchte Luft und Honig oder Schleimstoff-Pastillen. Hält die Heiserkeit länger als drei Wochen an, sollte sie ärztlich abgeklärt werden.
Gibt es ein Turbo-Mittel gegen Erkältung?
Nein. Am besten belegt sind früh eingenommene Zink-Lutschtabletten, die Erkältungen in Studien um knapp drei Tage verkürzten. Andere Hausmittel lindern die Beschwerden, verkürzen den Infekt aber nicht nachweisbar.
Hilft heiße Zitrone bei Erkältung?
Als warme Flüssigkeit tut sie gut. Vitamin C, das erst bei den ersten Symptomen eingenommen wird, verkürzte Erkältungen in Studien jedoch nicht nachweisbar; nur eine regelmäßige Einnahme zeigte einen kleinen Effekt.
Wie lange dauern Halsschmerzen bei einer Erkältung?
In der Regel einige Tage bis eine Woche. In den Cochrane-Daten waren 82 % der Betroffenen auch ohne Antibiotikum nach einer Woche beschwerdefrei.
Was ist Doraji?
Doraji ist der koreanische Name der Ballonblumenwurzel (Platycodon grandiflorus). In Korea wird sie seit Jahrhunderten als Lebensmittel und traditionelles Hausmittel bei Halsschmerzen und Husten verwendet, oft mit Birne und Honig; ihr wichtigster Inhaltsstoff ist das Saponin Platycodin D.
Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei hohem Fieber, starken Schluckbeschwerden, Atemnot oder Beschwerden, die länger als eine Woche anhalten, lassen Sie die Ursache bitte ärztlich abklären. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise; die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden.
Quellen
- Spinks A, Glasziou PP, Del Mar CB. Antibiotics for treatment of sore throat in children and adults. Cochrane Database Syst Rev. 2021;12:CD000023. PMID 34881426.
- Hubbert M, et al. Efficacy and tolerability of a spray with Salvia officinalis in the treatment of acute pharyngitis – a randomised, double-blind, placebo-controlled study. Eur J Med Res. 2006;11(1):20–6. PMID 16504956.
- Satomura K, et al. Prevention of upper respiratory tract infections by gargling: a randomized trial. Am J Prev Med. 2005;29(4):302–7. PMID 16242593.
- Abuelgasim H, Albury C, Lee J. Effectiveness of honey for symptomatic relief in upper respiratory tract infections: a systematic review and meta-analysis. BMJ Evid Based Med. 2021;26(2):57–64. PMID 32817011.
- Hemilä H, Chalker E. Vitamin C for preventing and treating the common cold. Cochrane Database Syst Rev. 2013;(1):CD000980. PMID 23440782.
- Hemilä H, et al. Zinc acetate lozenges for treating the common cold: an individual patient data meta-analysis. Br J Clin Pharmacol. 2016;82(5):1393–1398. PMID 27378206.
- King D, et al. Saline nasal irrigation for acute upper respiratory tract infections. Cochrane Database Syst Rev. 2015;(4):CD006821. PMID 25892369.
- Singh M, et al. Heated, humidified air for the common cold. Cochrane Database Syst Rev. 2017;8:CD001728. PMID 28849871.
- Anand P, et al. Bioavailability of curcumin: problems and promises. Mol Pharm. 2007;4(6):807–18. PMID 17999464.
- Rennard BO, et al. Chicken soup inhibits neutrophil chemotaxis in vitro. Chest. 2000;118(4):1150–7. PMID 11035691.
- Shin CY, et al. Platycodin D and D3 increase airway mucin release in vivo and in vitro in rats and hamsters. Planta Med. 2002;68(3):221–5. PMID 11914958.
- Zhang S, et al. Platycodon grandiflorum (Jacq.) A. DC.: A review of phytochemistry, pharmacology, toxicology and traditional use. Phytomedicine. 2022;106:154422. PMID 36087526.
- Park EJ, et al. An 8-week randomized, double-blind, placebo-controlled study to evaluate the efficacy and safety of red Platycodon grandiflorus root extract on enhancement of immune function. Phytomedicine. 2021;93:153811. PMID 34735908.
- Tanzi MG, Gabay MP. Association between honey consumption and infant botulism. Pharmacotherapy. 2002;22(11):1479–83. PMID 12432974.
- DEGAM-S3-Leitlinie Halsschmerzen (AWMF-Register 053-010). register.awmf.org.
- European Medicines Agency: Pflanzliche Monographien zu Salbeiblättern, Isländisch Moos und Eibischwurzel.
Geschrieben von Rónai Balázs
Gründer der Koreai Ginseng Kft. (K-HERB). Familienunternehmen für premium Nahrungsergänzung — ehrlich, mit Quellen belegt, ohne Überversprechen.



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